Int. Ovid-Bewerb Sulmona 2008 (17.-20.4.)

2 Schüler der 7B beim Übersetzungs-Wettbewerb in Italien

Przestrzelski, Prof. Streicher, Ovid, Seyer
Vom 17.-20.4. nahmen zwei Schüler der 7B am int. Ovid-Wettbewerb in Sulmona (Region Abruzzo/It.) teil: Bernhard Seyer und Christopher Przestrzelski. Vorbereitet wurden (zusammen mit Prof. Streicher) in zusätzlichen Übungseinheiten insbesondere die Darstellung des Individuums in Ovids Metamorphosen und die Bildhaftigkeit der Sprache in seinen Tristien (Trauergedichte im Exil). Der Klausurtext war dann tatsächlich aus Tristien 3, 10 entnommen (Beschreibung des Winters im Exil bei den Geten); wiederholte sich doch heuer zum 2000. Mal seine Verbannung durch Kaiser Augustus nach Tomi (heute Constanţa/Rumänien).
Der Text war durchaus anspruchsvoll gehalten und entbehrte nicht der poetischen Übertreibungen, die den alternden Dichter im Exil kennzeichnen: vom regen Grenzverkehr über die zugefrorene Donau –für den Mittel-Europäer noch nachzuvollziehen- über das vom eingesprengten Eis klirrende Haar der Barbaren bis hin zum Wein, der in der Form des Krugs friert und nur mehr „stückweise“ konsumiert werden kann – für die Aufarbeitung dieser Vorstellung war schon einige Phantasie vonnöten. (Sieger der Ausländerwertung wurde ein Schüler des Gymnasiums Burghausen in Oberbayern.)
Bernhard und der Fingerzeig der Fortuna (Centrale Monte Martini)
Hin- und Rückreise per Zug (Rückreise: ziemlich überfüllter Zug) boten außerdem den Latein-erfahrenen Schülern die Gelegenheit, in Rom selten besuchte kulturelle Leckerbissen zu genießen (Museo della civiltà Romana, Galeria Barberini, Centrale Monte Martini mit der stilistisch anspruchsvollen Verbindung zwischen antiker Plastik und den imposanten Objekten hochindustrieller Energieproduktion). Die gut erhaltene mittelalterliche Kulisse der Provinzstadt Sulmona (vor dem teilweise noch verschneiten Hauptkamm des Apennin) bot schließlich den stimmungsvollen Hintergrund für das Zusammentreffen bildungshungriger junger Menschen aus sieben europäischen Ländern, die beim Wettkampf des Geistes nicht nur erlerntes Wissen und intellektuelle Flexibilität unter Beweis stellen, sondern auch bei einem Völker und Kulturen verbindenden Event unserer europäischen Gemeinschaft in Gedankenaustausch mit ihren Schul-Kollegen aus anderen Ländern treten und den kulturell-politischen Horizont erweitern konnten. Mit Latein in Europa!
Stoffl und die Faszination der Technik (Generatorenzylinder in CMM)